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Paracetamol in der Schwangerschaft

Paracetamol im Mutterleib begünstigt Asthma beim Nachwuchs – diesen Verdacht gibt es schon lange. Einige Studien sprechen dafür, andere dagegen. Nun haben Hamburger Wissenschaftler einen weiteren Beleg für die Theorie gefunden – denn sie wiesen nach, dass eine Paracetamol-Einnahme in der Schwangerschaft die Anzahl an Vorläuferzellen des Immmunsystems in der Nabelschnur verringert.

Paracetamol gilt seit dem späten 19. Jahrhundert als Schmerz- und Fiebersenker. Over the counter gibt es Paracetamol in verschiedensten Konzentrationen unter verschiedenen Marken – und für viele Frauen gelten sie als gut verträgliche Medikamente, die auch in der Schwangerschaft eingenommen werden können. Die Wissenschaft ist sich bis heute nicht einig, ob das nun gut oder schlecht ist – zu inhomogen sind die Studienergebnisse. Einige Hinweise deuten jedoch auf ein erhöhtes Asthma-Risiko beim Neugeborenen hin. Um dies auf zellulärer Ebene zu überprüfen, haben Lars Bremer et al. 518 Schwangere durch ihre Schwangerschaft begleitet.

Besonders späte Einnahme verringert Vorläuferzellen

Sie erfassten dazu die Paracetamol-Einnahme über alle 3 Trimester und verglichen diese anschließend mit der Konzentration an hämatopoetischen Stammzellen (HSCs) aus der Nabelschnur. Diese Zellen bilden später Zellen des Immunsystems und spielen daher wahrscheinlich eine elementare Rolle bei der Entstehung von Asthma. So zeigte sich anhand der verfügbaren 146 Nabelschnurblutproben, dass eine Einnahme von Paracetamol mit einer verringerten Anzahl an HSCs einherging. Insbesondere nach einer Einnahme im 3. Trimester war das der Fall.

Quelle: EBioMedicine October 2017; DOI: 10.1016/j.ebiom.2017.10.023

Veröffentlicht: 03.01.2018 07:23 Uhr