Dampfen war gesternCSU fordert Gleichstellung von E-Zigaretten mit Tabak – kommt ein Vape-Verbot?

Die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag will E-Zigaretten, Shishas und Tabakerhitzer künftig wie Tabakprodukte behandeln – mit strikten Verboten in öffentlichen Räumen. Ziel ist ein umfassender Gesundheitsschutz, besonders für Kinder und Jugendliche. Während die Grünen zustimmen und mehr Prävention fordern, warnt die SPD vor voreiligen Verboten und verweist auf fehlende Langzeitstudien.

E-Zigaretten im Visier
ZUMA Press WireVuk Valcic/ZUMA Press Wire/dpa
E-Zigaretten im Fokus der Politik: Geht es nach der CSU, soll das Dampfen in Bayern künftig genauso streng reguliert werden wie Tabakrauch.

Die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag will den Nichtraucherschutz auf E-Zigaretten und Shishas ausweiten. Im bayerischen Gesundheitsschutzgesetz (GSG) sollen sie dem Tabakrauchen gleichgestellt werden. Das würde bedeuten, dass etwa in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Krankenhäusern, an Sportstätten, in Gaststätten oder auf Flughäfen der Genuss von Shishas, E-Zigaretten und ähnlichen Gegenständen verboten wäre.

 CSU: Kein Dampfen mehr in öffentlichen Räumen 

Für E-Zigaretten, E-Shishas und Tabakerhitzer gilt dieses Verbot bislang nicht - im Gegensatz zum Verdampfen von Cannabisprodukten, das bereits dem Tabakrauchen gleichgestellt ist. «Gesundheitsschutz darf keine Lücken haben. E-Zigaretten und Tabakerhitzer sind kein harmloses Lifestyle-Produkt, sondern können Einstieg in die Nikotinabhängigkeit sein und gesundheitsschädliche Substanzen freisetzen - auch für Dritte», sagte CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek. Nach dem Willen der CSU sollen sie künftig denselben Regelungen unterliegen wie Tabakzigaretten. 

Grüne: Schutz für Jugendliche muss endlich lückenlos sein

Die Grünen im Landtag signalisierten Unterstützung, bezeichneten das Vorhaben aber auch als längst überfällig. Seit Jahren würden Expertinnen und Experten mahnen, «dass es beim Schutz von Kindern und Jugendlichen keine Grauzonen geben darf – auch nicht bei vermeintlich modernen Produkten wie Vapes», sagte der Sprecher für Gesundheit, Andreas Hanna-Krahl. Man dürfe es nicht beim Schließen von Gesetzeslücken belassen, sondern müsse Prävention stärken, um Kinder und Jugendliche vor Abhängigkeit zu schützen.

SPD: Verbot könnte Rauchstopp erschweren

Aus der SPD kam dagegen Kritik. «Statt eines Verbots braucht es zunächst mehr Forschung, um die Folgen des Konsums von E-Zigaretten besser zu verstehen», sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Partei im Landtag, Ruth Waldmann. «Für viele ist der Umstieg auf die E-Zigarette ein wichtiger Baustein auf dem Weg, mit dem Rauchen vollständig aufzuhören. Gerade, dass es andere weniger stört und nicht überall verboten ist, ist dabei ein Anreiz.» 

Restaurants, Kneipen und öffentliche Einrichtungen könnten den Konsum schon über das Hausrecht verbieten, betonte Waldmann. «Viele machen davon auch Gebrauch. Ein Extragesetz brauchen wir somit zum jetzigen Zeitpunkt nicht.»