Heilkräfte der Knolle im RampenlichtIngwer wird Arzneipflanze des Jahres 2026

Ingwer ist nicht nur ein Küchenklassiker, sondern auch ein bewährtes Heilmittel. Dank seiner neu bewerteten gesundheitsfördernden Wirkung wurde die Knolle zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gekürt. Sie hilft bei Reisekrankheit, Magen-Darm-Beschwerden, Erkältungssymptomen und sogar Gelenkschmerzen – doch Qualität und Dosierung sind entscheidend.

Frische Ingwerwurzeln mit typischer hellbrauner Schale und knollenförmiger Struktur
Sven Hoppe/dpa
Ingwerwurzel – mehr als nur ein Gewürz: Die Knolle überzeugt mit heilender Wirkung und wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gewählt.

Ingwer ist zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gekürt worden. Ausschlaggebend hierfür sei unter anderem die Neubewertung seiner gesundheitsfördernden Wirkung, hieß es in einer Mitteilung des Studienkreises Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde, der die Auswahl zusammen mit der Gesellschaft für Phytotherapie getroffen hat. 

Gesundheitsvorteile im Überblick

Ingwer kann demnach in gewissem Umfang bei Erwachsenen präventiv gegen Reisekrankheit oder zur symptomatischen Behandlung leichter, krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden sowie bei vorübergehender Appetitlosigkeit und zur Linderung leichter Gelenkschmerzen und Erkältungssymptome. 

Der Studienkreis beruft sich dabei auf den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Der Einsatz von Ingwer gegen die 3 letztgenannten Symptome sei neu in die Bewertung des HMPC zur Anwendung von Ingwer aufgenommen worden. 

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde verweist darauf, dass die Datenlage gerade bei der Anwendung gegen Reisekrankheit nicht einheitlich sei. 

Schwankende Wirkstoffgehalte

Problematisch sei überdies die unterschiedliche Qualität von Ingwerprodukten. In einer Untersuchung von Nahrungsergänzungsmitteln schwankten die Gehalte an Gingerol zwischen 0,0 und 9,43 mg/g. Als mögliche Nebenwirkungen von Ingwer nennt die EMA unter anderem Magenverstimmung, Aufstoßen, Sodbrennen und Übelkeit.

Von der Antike bis heute

Ingwer hat laut Studienkreis eine lange Tradition, bereits in der Antike sei die Pflanze bei Erkrankungen von Magen, Darm und Atemwegen angewendet worden. Auch in der Klostermedizin des Mittelalters habe er eine wichtige Rolle gespielt.

Ingwer wird den Angaben nach in erster Linie aus Indien, Nigeria und China importiert, in der jüngeren Vergangenheit etabliere sich jedoch auch der Anbau in Deutschland, Österreich und der Schweiz.