HandlungsbedarfMammografie-Screening: 55 % sind nicht genug!

Trotz klarer Evidenz für Mortalitätsreduktion liegt die Teilnahme am Mammografie-Screening in Nordrhein-Westphalen bei nur 55%. Fachgesellschaften fordern eine Quote von mindestens 70%, um die Früherkennung zu optimieren. Es gilt also Patientinnen zu sensibilisieren und die Versorgungslücke zu schließen.

Nahaufnahme eines medizinischen Arbeitsplatzes: Auf einem Laptop und einem Monitor sind Mammographie-Aufnahmen zu sehen, daneben eine Hand mit Stift, die die Befunde prüft.
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Mammographie-Screening: nur jede zweite Frau ab 50 nutzt das kostenlos. Besser wären mindestens 70%, um die Sterblichkeit durch Brustkrebs weiter zu senken.

Ärztevereinigungen rufen Frauen dazu auf, das Mammografie-Screening zur Brustkrebsvorsorge noch stärker als bislang zu nutzen. In Nordrhein-Westfalen seien 2,9 Millionen Frauen zur Teilnahme an dem Früherkennungsangebot berechtigt, erklärten die Kassenärztlichen Vereinigungen Westfalen-Lippe und Nordrhein vor wenigen Wochen.
 

Ein Blick auf die Zahlen

Brustkrebs ist den Angaben der KV Westphalen-Lippe zufolge die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede 8. Frau in Deutschland sei im Laufe ihres Lebens von dieser Erkrankung betroffen. Für 18.500 Frauen pro Jahr ende die Erkrankung tödlich.


Screening-Quote bleibt unter Zielwert

Im Jahr 2024 hätten mehr als 55% der anspruchsberechtigten Frauen am Screening-Programm teilgenommen. Besser wären mindestens 70%, um die Sterblichkeit durch Brustkrebs weiter zu senken, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein der Deutschen Presse-Agentur.

Das Mammografie-Screening-Programm steht für Frauen ab 50 Jahre bis 75 Jahre in ganz Deutschland zur Verfügung, wie die beiden Kassenärztlichen Vereinigungen zu dem Vorsorgeangebot erläuterten. Diese Altersgruppe werde alle 2 Jahre zu der Krebsfrüherkennungsuntersuchung eingeladen. Die Kosten werden den Angaben zufolge von den Krankenkassen übernommen.

Mobile Einheiten für ländliche Regionen

Die Frauen würden durch die sogenannten zentralen Stellen idealerweise wohnortnah zum Mammografie-Screening eingeladen. Frauen, die in ländlicheren Regionen leben, hätten zudem die Möglichkeit, eine der mobilen Mammografie-Einheiten – ein sogenanntes Mammobile – aufzusuchen.