Digitale Hilfe für KrebsüberlebendeTelemedizin: Online gegen die Angst vor dem Rezidiv

Daniela Lukaßen-Held

Die Angst vor einem Rezidiv belastet viele Krebsüberlebende – oft über Jahre. Schlafstörungen, Unruhe und verminderte Lebensqualität sind die Folge. Online-Interventionen können diese Furcht wirksam und nachhaltig reduzieren. Sechs digitale Module ersetzen lange Wartezeiten und bieten therapeutische Unterstützung direkt zu Hause.

Eine Person hält ein Tablet, auf dessen Bildschirm eine Ärztin in einem Videogespräch zu sehen ist.
M.Dörr & M.Frommherz/stock.adobe.com_posed by a model
Online-Interventionen können Krebsüberlebende mit Rezidivangst effizient und nachhaltig unterstützen.

Die Angst vor einem Rezidiv ist bei Krebspatienten allgegenwärtig. Und die Furcht, dass der Krebs zurückkehren könnte, belastet - oftmals über Jahre hinweg. Die Folge sind vielfach Schlafstörungen, Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten – die Angst vor dem Wiederauftreten der Erkrankung beeinträchtigt die Betroffenen oftmals in ihrem Alltag und wirkt sich negativ auf die Lebensqualität aus. 

Sechs Module mit therapeutischer Anleitung 

Doch Therapieplätze sind rar, Wartezeiten oft länger. Eine Alternative können hier Online-Interventionen bieten, wie eine aktuelle Untersuchung mit Langzeit-Darmkrebs-Überlebenden zeigt. Einbezogen wurden Erwachsene, die zwischen dem 01. März 2014 und dem 31. Dezember 2018 eine kurative Darmkrebsbehandlung abgeschlossen hatten. Die Nachbeobachtungszeit lag bei 6 Monaten. Die Teilnehmenden wurden in 2 Gruppen eingeteilt.

  • Eine Gruppe erhielt eine Interventionsmaßnahme, bestehend aus 6 Modulen mit schriftlichen Anleitungen des Therapeuten, die über 10 Wochen bereitgestellt wurden.
  • Bei der zweiten Gruppe erfolgte ein diagnostisches Interview mit einem Verweis auf eine Webseite mit Achtsamkeitsübungen.

Im Schnitt absolvierten die Teilnehmenden der Interventionsgruppe 4,5 der 6 Module. Die Effizienz wurde mithilfe des FCRI-Gesamtscores gemessen (FCRI: Fear of Cancer Recurrence and Inventory). Dabei wurde deutlich, dass der Wert in der ersten Gruppe 3 Monate nach der Intervention signifikant sank, in der zweiten Gruppe hingegen war dies nicht der Fall. 

Weniger Angstzustände und Depressionen 

Der Ausgangswert lag bei 84,6. In der Interventionsgruppe ging er auf 67,1 zurück, in der zweiten Gruppe lediglich auf 79. Auch 6 Monate nach der Intervention ließ sich eine anhaltende Wirkung beobachten. Zudem verbesserten sich Angstzustände, Depressionen, emotionale Belastungen, Lebensqualität und die Belastung durch körperliche Symptome. Weitere Studien sollten insbesondere die Wirksamkeit in klinischen Umgebungen betrachten, so die Studienautoren. 

Online-Interventionen können Krebsüberlebende mit Rezidivangst effizient und nachhaltig unterstützen.