HandelsdealPharmaexporte: UK liefert zollfrei in die USA

Großbritannien hat mit den USA einen historischen Deal geschlossen: Pharmaprodukte dürfen künftig zollfrei exportiert werden. Im Gegenzug soll der britische Gesundheitsdienst mehr für US-Medikamente ausgeben. Das Abkommen gilt 3 Jahre und stärkt die Lieferketten sowie die Position britischer Pharmakonzerne wie GSK und AstraZeneca auf dem US-Markt.

Illustration einer Weltkarte mit Symbolen für Transport und Logistik wie Flugzeug, Schiff, Container und Dokumente, die internationale Handelsverbindungen darstellen.
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Der neue Pharma-Deal zwischen Großbritannien und den USA öffnet zollfreie Wege für Medikamente.

 Anders als die Länder der Europäischen Union um Deutschland haben Großbritannien und Nordirland einen Null-Prozent-Zollsatz für Pharmaexperte in die USA ausgehandelt. Das teilte das US-Handelsministerium mit. Zuvor hatte die britische Nachrichtenagentur PA mit Verweis auf die Regierung berichtet. Die Ausnahme gelte bis zum Ende der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Im Gegenzug soll der nationale Gesundheitsdienst des Vereinigten Königreichs (NHS – National Health Service) mehr Geld für US-Medikamente ausgeben können.

Milliardenmarkt für GSK und AstraZeneca

Pharmaprodukte gehören zu den wichtigsten Exportgütern der Briten in die USA. Laut der BBC sind die Vereinigten Staaten der größte Markt für die britischen Pharmakonzerne GSK und AstraZeneca. Beide investieren Milliardenbeträge in den USA. US-Handelsminister Howard Lutnick zeigte sich zufrieden: Durch das Abkommen würden Lieferketten gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen, sagte er laut Mitteilung.

Deal gilt bis Ende der Trump-Amtszeit

Der US-Deal mit dem Vereinigten Königreich soll 3 Jahre lang gültig sein. Für EU-Pharmaimporte in die USA gelten 15% Zoll. US-Präsident Donald Trump hatte im September mit noch höheren Zöllen bis zu 100% gedroht, davon war er aber wieder abgerückt. 

Im Frühjahr hatten sich Großbritannien und die Vereinigten Staaten auf einen grundsätzlichen Zolldeal geeinigt. Für die meisten britischen Produkte werden 10% bei der Einfuhr in die USA fällig. Zudem fallen für die ersten 100.000 Fahrzeuge aus dem Königreich pro Jahr ebenfalls 10% an – jedes weitere wird mit einem Satz von 25% verzollt.