Trügerische EntspannungSommerloch bei Blutspenden? DRK warnt vor neuen Engpässen

Die Lage hat sich nach dem Winter-Notstand stabilisiert – doch die Entwarnung ist trügerisch: Mit Beginn der Reise- und Ferienzeit droht erneut ein Rückgang der Blutspenden, nicht nur in Hessen. Besonders 2 Blutgruppen sind bereits wieder knapp. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ruft eindringlich zur Spende auf – vor allem junge Menschen werden gebraucht, um die Versorgung zu sichern.
 

Mehrere transparente Blutbeutel mit roter Flüssigkeit hängen an einer Halterung
New Africa/stock.adobe.com
Jede Spende zählt: Besonders bei den seltenen Blutgruppen 0- und B- sind die Reserven aktuell kritisch niedrig.

Nach einer Erholung der Bestände an Blutkonserven in Hessen warnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) vor möglichen neuen Engpässen. Blutspenden unterlägen saisonalen Schwankungen, erläuterte eine Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg – Hessen auf Anfrage.  Viele Menschen nutzten den Frühling und Sommer für Reisen und Freizeit-Aktivitäten. Rund um die vielen Feiertage merke man, dass wieder weniger Spenderinnen und Spender Termine buchen.

Nach der «dringlichen Notstandsmeldung» zum Jahresbeginn habe sich die Lage glücklicherweise wieder entspannt. Aktuell betrage die «Tagesreichweite» zwischen 4 und 4,5 Tage, womit nahezu ein «Normalzustand» erreicht sei.  Im Januar hatte dieser Wert teils unter 2 Tagen gelegen. Bei einer Tagesreichweite von 4–5 Tagen sieht der Blutspendedienst eine dauerhafte und stabile Versorgung der Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und Arztpraxen als gewährleistet.

Versorgung unter Druck: 1.000 Blutkonserven pro Tag nötig

Allen Blutspendern, die zu der vorläufigen Entspannung beigetragen haben, dankte das DRK – und rief zugleich weiter zum Spenden auf. Allein in Hessen würden täglich 1.000 Blutkonserven benötigt. Vor allem mehr junge Spenderinnen und Spender würden benötigt, um die Versorgung auch künftig zu sichern.
 


Gut vorbereitet zur Blutspende  –  Das können Sie Ihren Patientinnen und Patienten an die Hand geben

Wer kann spenden? Gesunde Menschen ab 18 Jahren, mindestens 50 kg Körpergewicht

Wie oft? Männer bis zu 6×, Frauen bis zu 4× jährlich

Dauer? Etwa 60 Minuten insgesamt, reine Blutabnahme ca. 10 Minuten

Vorbereitung: Ausreichend trinken und leicht essen

Tipp: Gemeinsam mit Freunden gehen – senkt Hemmschwellen

Termin buchen: Online über den Blutspendedienst


Seltene Blutgruppen: schon jetzt kritische Bestände

Derzeit seien vor allem die Bestände bei den Blutgruppen 0- und B- kritisch. Die Blutgruppe B- komme in der deutschen Bevölkerung mit nur 2% ohnehin schon sehr selten vor. «Das heißt, wenn von diesen 2% der Deutschen mit der Blutgruppe B- temporär weniger Menschen spenden gehen, schrumpfen die Vorräte schneller und es kommen gleichzeitig weniger nach», so die Sprecherin.

Aber auch Blutspenden der Blutgruppe 0- wären gefragt. Denn die Gruppe der Universalspender ist bekanntermaßen selbst auf Blutkonserven der eigenen Blutgruppe angewiesen. Aber auch für alle anderen Blutgruppen würden kontinuierlich Blutkonserven benötigt.