
Nur nicht depressiv werden: Das raten Psychologen Menschen, die mit einer Krebserkrankung konfrontiert sind. Aus gutem Grund. Es gibt Hinweise, dass Depressionen und andere psychische Erkrankungen das Leben von Krebspatienten verkürzen. Eine aktuelle Studie der University of California bestätigt das nun: Tritt eine psychische Störung kurz nach der Krebsdiagnose erstmals auf, ist dies mit einem erhöhten Gesamtsterblichkeitsrisiko assoziiert.
Deutlich erhöhtes Sterberisiko in den ersten Jahren
In die Studie waren insgesamt 371.189 Patienten eingeschlossen, die zwischen 2013 und 2023 an Krebs erkrankten und zuvor keine dokumentierte psychische Erkrankung hatten. Gemäß Auswertung entwickelten davon 10,6% (n = 39.687) innerhalb eines Jahres eine psychische Störung wie etwa eine Depression, generalisierte Angststörung oder bipolare Störung.
Die Diagnose einer psychischen Erkrankung war mit einem um 51% erhöhten Sterberisiko in den ersten 1–3 Jahren nach der Krebsdiagnose verbunden. Dieses erhöhte Risiko verringerte sich im Verlauf auf 17% nach 3–5 Jahren und verschwand danach:
- 12–35 Monate: Hazard Ratio 1,51 (95%-KI: 1,47–1,56)
- 36–59 Monate: Hazard Ratio 1,17 (95%-KI: 1,11–1,24)
- 60–20 Monate: Hazard Ratio 0,95 (95%-KI: 0,89–1,01)
Fazit
Psychische Gesundheit als prognostischer Faktor
„Diese Studie bestätigt unsere bisherigen Arbeiten und zeigt erneut den Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und Sterblichkeit bei Krebspatienten“, stellen die Studienautoren fest. Gleichzeitig werde deutlich, wie wichtig es sei, „psychische Belastungen und Erkrankungen nach einer Krebsdiagnose frühzeitig zu erkennen und angemessen zu behandeln."
Originalarbeit: Ganjouei AA et al. Cancer 2026; 132: e70254. DOI:10.1002/cncr.70254


