KostenbremseÄrztepräsident stützt Warkens Sparpläne: „Relativ ausgewogen“

Steigende Kosten, wachsende Defizite: Mit einem milliardenschweren Sparpaket will Gesundheitsministerin Nina Warken die gesetzlichen Krankenkassen stabilisieren. Unterstützung kommt ausgerechnet von ärztlicher Seite. Der Präsident der Bundesärztekammer hält die Pläne für ausgewogen – warnt aber zugleich vor einseitigen Lasten und fordert eine enge Kontrolle der Folgen.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (r, CDU) spricht während einer Pressekonferenz zur Stellungnahme der Ärztekammer zu den Anforderungen an ein tragfähiges Public-Health-System in Deutschland. Neben ihr sitzt Klaus Reinhardt, Präsident der Ärztekammer.
Soeren Stache/dpa
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, unterstützt die Sparpläne der Gesundheitsministerin – fordert aber eine faire Lastenverteilung.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält das vorgeschlagene Sparpaket zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen für «durchaus angemessen». Im ZDF-«Morgenmagazin» sagte er, dass es «relativ ausgewogen ist und alle Betroffene beteiligt werden».

Kostenexplosion zwingt zum Eingreifen

Angesichts der galoppierenden Ausgaben gebe es nicht viele Alternativen. Ein Ausgleich über höhere Beiträge würde einseitig die Versicherten und die Arbeitgeber belasten. Die Folge wären höhere Produktionskosten und eine verschlechterte wirtschaftliche Situation im globalen Wettbewerb: «Das gefährdet das gesamte soziale Sicherungssystem», warnte er.

Die Ärzte seien von den Vorschlägen unterschiedlich betroffen, da werde noch über Alternativen diskutiert. Aber klar sei: «Einen Beitrag müssen wir als Ärzteschaft unbedingt ebenfalls leisten», sagte der Ärztekammer-Präsident. Zugleich regte er an, die Wirkung der Maßnahmen gezielt zu beobachten, um sie gegebenenfalls korrigieren zu können.

20 Milliarden Euro Entlastung geplant

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte am Dienstag Kernpunkte eines Sparpakets vorgelegt, das die Krankenkassen um 20 Milliarden Euro entlasten soll (wir berichteten). Im Blick stehen Ausgabenbremsen bei Arztpraxen, Kliniken und Pharmabranche – aber auch Belastungen der Versicherten wie höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern. Ein Gesetzentwurf soll am 29. April ins Bundeskabinett kommen.