Deutlich weniger Fälle seit 2020Darmkrebs: Diagnosen rückläufig – doch Krankheit bleibt verbreitet

Die Zahl der Darmkrebsdiagnosen sinkt in Rheinland-Pfalz seit mehreren Jahren. Gründe sehen Fachleute vor allem in einer verbesserten Früherkennung, einem gesünderen Lebensstil und der Versorgung in spezialisierten Zentren. Dennoch zählt Darmkrebs weiterhin zu den häufigsten und gefährlichsten Tumorerkrankungen im Land.

Ein Mitarbeiter zeigt im Institut der Pathologie der Universitätsklinik Charité in Berlin an einem Computerbildschirm auf eine Darstellung einer eingescannten Probe eines Stück Gewebes aus dem Dickdarm, das bei einer Operation entnommenen wurde.
Bernd von Jutrczenka/dpa
Moderne Darmkrebsfrüherkennung trägt maßgeblich zum Rückgang der Diagnosen bei.

Darmkrebs wird in Rheinland-Pfalz seit 2020 Jahr für Jahr bei weniger Menschen festgestellt – trotzdem ist dieser nach wie vor die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen. Im Jahr 2024 wurde bei 1.262 Frauen und 1.539 Männern Darmkrebs diagnostiziert, wie das Institut für Digitale Gesundheitsdaten (IDG) in Mainz berichtet.

Im gleichen Zeitraum starben 491 Frauen und 633 Männer an dieser Erkrankung. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

Früherkennung als entscheidender Faktor

Die 2019 verbesserte Früherkennung mit dem Darmkrebsscreening nennt das IDG als einen möglichen Grund für den Rückgang. Dazu kämen Änderungen von Lifestyle-Faktoren. Ein gesunder Lebensstil vermindere das Darmkrebsrisiko. Dazu gehöre auch die sinkende Zahl der Raucher unter Erwachsenen. Die Einführung der Zertifizierung onkologischer Zentren durch die Deutsche Krebsgesellschaft nennt das IDG als einen weiteren Grund. Davon gibt es 10 in Rheinland-Pfalz. 

Einen Anstieg von Darmkrebsfällen bei jüngeren Menschen zeigen die Krebsregisterdaten aus Rheinland-Pfalz nicht, betonte das IDG.