
Adipositas ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Darmkrebs. Doch auch während der Erkrankung wirkt sich Fettleibigkeit oftmals negativ aus. So steigt beispielsweise das Komplikationsrisiko bei Operationen. Bei Patienten mit Adipositas kommt es etwa häufiger zu Wundinfektionen oder postoperativen Komplikationen.
Eine Gewichtsabnahme vor der Operation scheint daher sinnvoll. So zeigen Studien etwa, dass eine präoperative Gewichtsabnahme die Ergebnisse in der bariatrischen Chirurgie verbessert. Allerdings ist die Zeitspanne zwischen der Darmkrebsdiagnose und dem chirurgischen Eingriff häufig kurz – viel Zeit für den Gewichtsverlust bleibt nicht. Dazu kommt der emotionale Ausnahmezustand, in dem sich Krebspatienten nach der Diagnose befinden.
Fünf Prozent weniger Gewicht sind zu schaffen
Ist eine Gewichtsabnahme so überhaupt machbar? Können die Betroffenen ein entsprechendes Programm in dieser beunruhigenden Zeit durchhalten? Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob ein Gewichtsverlust sogar mit schlechteren Ergebnissen einhergehen kann, etwa aufgrund des Verlusts von Muskelmasse.
Wie sinnvoll und machbar ein präoperativer Gewichtsverlust ist, wollten Wissenschaftler nun evaluieren. 71 Darmkrebspatienten wurden dazu randomisiert. Der mittlere Body-Mass-Index betrug 35,4. Für die Studie wurden die Teilnehmenden in 2 Gruppen eingeteilt:
- 35 ernährten sich weiterhin normal.
- 36 ernährten sich energiearm und nahmen pro Tag nur 800 Kilokalorien pro Tag zu sich.
Innerhalb von 33 Tagen verloren die Patienten in der Interventionsgruppe auf diese Weise 5% oder sogar mehr ihres herkömmlichen Gewichts ohne ihre fettfreie Masse zu verändern. Im Mittel brachten sie so 6,1 kg weniger auf die Waage – und damit 4,3 kg weniger als die Patienten der Vergleichsgruppe. Zudem kam es postoperativ zu einer Verbesserung von Stuhlinkontinenz und schmerzender Haut in der Interventionsgruppe. Schwerwiegende unerwünschte interventionsbezogene Ereignisse wurden nicht registriert.
Fazit
Eine intensive präoperative Gewichtsabnahme ist für Darmkrebspatienten machbar und und gut verträglich, ohne Sicherheitsbedenken und wahrscheinlich kosteneffizient.
Einschränkend einräumen mussten die Studienautoren, dass die Studie ihre Rekrutierungsziele (Rate der randomisierten Patienten pro Standort und Monat) nicht vollständig erreicht hatte; beispielsweise weil die Phase zwischen Behandlung und Operation kürzer ausfiel als im Studienprotokoll vorgesehen.


