
Es sind die üblichen Verdächtigen, die der „Life’s Simple 7“ (LS7)-Score beurteilt:
- Rauchen,
- körperliche Aktivität,
- Ernährung,
- Körpergewicht,
- Blutdruck,
- Cholesterin und
- Blutzucker.
Entwickelt von der American Heart Association (AHA) sind hohe Score-Werte mit einem geringeren kardiovaskulären Risiko verbunden und niedrige Werte mit einem hohen Risiko.
Patienten fast 15 Jahre begleitet
Ob auch Krebsüberlebende von guten LS7-Score-Werten – ergo einem gesunden Lebensstil – profitieren, das wollte ein internationales Forscherteam herausfinden und hat im Rahmen der Moli-sani-Studie 779 italienische Männer und Frauen im median 14,6 Jahre lang begleitet. Alle Teilnehmenden hatten bereits bei ihrer Aufnahme in die Studie eine Krebsdiagnose. Während der langen Beobachtungszeit wurden regelmäßig der LS7-Score-Werte erhoben, sodass die Forschenden deren Einfluss auf das Sterberisiko analysieren konnten.
Die Ergebnisse sprechen für eine gesunde Lebensweise: Krebsüberlebende in der Kategorie ideale kardiovaskuläre Gesundheit (10–14 Punkte) hatten ein um 38% geringeres Risiko für Gesamtsterblichkeit als Personen mit schlechter kardiovaskulärer Gesundheit (0–6 Punkte). Ähnliche Ergebnisse zeigten sich bei Teilnehmenden ohne Krebs. Jede Zunahme um 1 Punkt im LS7-Score war mit einer geringeren krebsbedingten Sterblichkeit verbunden.
Mediterrane Ernährung verstärkt den Effekt
Dass eine gesunde Ernährung eine große Rolle spielt, wurde deutlich, als die Forschenden die ursprüngliche Ernährungs-Komponente des LS7 durch einen Mediterrane-Ernährung-Score ersetzten. Gute Werte gingen laut Studie mit einem niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs sowie einem geringeren Sterberisiko aus anderen Ursachen einher, etwa Tod durch neurodegenerative oder Atemwegserkrankungen.
Drei Schlüsselmechanismen rücken in den Mittelpunkt
Nach gründlicher Analyse der Daten kommen die Forschenden zu dem Schluss, dass 3 Faktoren über 50% der Zusammenhänge zwischen LS7-Score und Sterblichkeit erklären:
- Entzündung,
- Herzfrequenz und
- Serum-Vitamin-D.
Fazit
„Diese Studie bestätigt eine wissenschaftlich faszinierende Hypothese“, kommentiert Studienautorin Prof. Maria Benedetta Donati, Forscherin am Istituto Neurologico Mediterraneo Neuromed I.R.C.C.S., Pozzilli (Italien), „nämlich dass chronische Krankheiten, die unterschiedlich erscheinen – wie Krebs und kardiovaskuläre Erkrankungen –, biologische Grundlagen sowie Mechanismen der Entstehung, des Fortschreitens und der Entwicklung teilen können.“ In der wissenschaftlichen Literatur ist dieses Konzept als „Common-Soil-Hypothese“ bekannt – ein gemeinsamer Boden aus molekularen Mechanismen sowie Risiko- oder Schutzfaktoren, aus denen unterschiedliche klinische Krankheitsbilder hervorgehen können.
Quelle: Bonaccio M et al. Eur Heart J 2025; ehaf838. DOI: 10.1093/eurheartj/ehaf838


