
Wird die Sonne scheinen? Wird es warm genug sein für den ersten Kaffee draußen? Diese Fragen treiben uns in diesen Tagen um, wenn wir die Wetter-App öffnen. Dort ist noch eine weitere Information zu finden, die jetzt interessant für uns ist: der UV-Index.
UV-Index: Die wichtigste Zahl im Frühling
Viele unterschätzen nämlich die Kraft der Frühjahrssonne. «Für den Sonnenschutz zählt nicht, wie warm oder kalt es ist – entscheidend ist die Höhe des UV-Indexes», so Dr. Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).
Der UV-Index verrät die Stärke der UV-Strahlung der Sonne auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 11+ (extrem). Die Zahl gibt uns Orientierung, ob und wie wir uns vor der Sonne schützen sollten. Denn wir alle wissen: Deren UV-Strahlung sorgt nicht nur für lästige Sonnenbrände, wenn sie auf ungeschützte Haut trifft, sondern zahlt auch auf das Hautkrebsrisiko ein.
Ab UV-Index-Werten von 3 raten Experten, Haut und Augen vor der Sonne zu schützen. Solche mittleren Werte können laut BfS in Deutschland bereits im März erreicht werden.
Sonnenschutz – Das sollten Ihre Patienten wissen!
Der UV-Index liegt bei 3 oder mehr. Welche Schutzmaßnahmen sind empfohlen?
Ab einem UV-Index von 3 gilt es Haut, die nicht von Kleidung bedeckt ist, einzucremen. Die Sonnencreme sollte dabei sowohl vor UV-A- als auch vor UV-B-Strahlung schützen und einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor mitbringen. Das BfS rät, mindestens LSF 30 zu verwenden. Kinder und alle mit einem hellen Hauttyp brauchen noch intensiveren Schutz;- für sie ist LSF 50 bzw. 50+ angesagt.
Auch die Sonnenbrille ist nun draußen am besten wieder mit dabei. Fällt UV-Strahlung ins Auge, kann es nämlich etwa zu Linsentrübungen oder Netzhautschäden kommen. Wichtig: Nur wenn die Brille die Kennzeichnung UV400 hat, kann man sich auf ausreichenden Schutz verlassen.
Ab UV-Index-Werten von 3 empfiehlt das BfS zudem, in den Mittagsstunden den Schatten zu suchen und eine Kopfbedeckung zu tragen.
Für bestmöglichen Schutz: Was ist beim Eincremen zu beachten?
Ist die Haut gut mit Feuchtigkeit versorgt, kann sie den Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme besser aufnehmen. Die Dermatologin Dr. Marion Moers-Carpi, München, rät daher dazu, erst einmal eine Feuchtigkeitscreme aufzutragen und sie gut einziehen zu lassen. Danach ist die Sonnencreme dran.
Gut zu wissen: Entscheidend für den Sonnenschutz ist die erste Creme mit Lichtschutzfaktor, die man aufträgt. Wer also eine Tagescreme mit geringem Lichtschutzfaktor nutzt und darüber eine LSF-50-Sonnencreme schmiert, erhält am Ende nur einen geringen Schutz. Daher rät Moers-Carpi zu Tagescremes ohne Lichtschutzfaktor.
Beim Eincremen selbst werden der Hautärztin zufolge Nasenrücken und Ohren gerne mal vergessen. Sie sind sogenannte «Sonnenterrassen», die besonders viel Sonne abbekommen. Also: gründlich vorgehen.
Warum entsteht ein Sonnenbrand im Frühling schneller als im Sommer?
Die Haut ist im Frühjahr gegenüber der UV-Strahlung der Sonne empfindlicher als im Sommer, weil sie ihr monatelang nur wenig ausgesetzt war. Das hauteigene Schutzschild aus Pigmentzellen – sichtbar als Bräune – ist in dieser Zeit des Jahres dadurch nicht voll ausgebildet, erklärt Moers-Carpi. Noch ein Grund mehr, gerade jetzt auf guten Sonnenschutz zu achten


