Soziale Frage der GesundheitStreit um Kürzungen bei der Hautkrebs-Vorsorge – breiter Protest in Sachsen

Immer mehr Hautkrebsfälle, steigende Todeszahlen – und ausgerechnet bei der Früherkennung drohen Einschränkungen. In Sachsen wächst die Kritik an den Plänen der Bundesregierung. Eine Petition mobilisiert bereits Hunderttausende. Experten warnen: Wird die Vorsorge geschwächt, könnten vermeidbare Todesfälle weiter steigen.

Ein medizinisches Gerät zur Hautuntersuchung wird nah an die Haut eines Arms gehalten, um eine verdächtige Stelle zu prüfen.
Eva Manhart/APA/dpa
Früherkennung kann Leben retten: Hautkrebs wird bei regelmäßigen Screenings oft rechtzeitig entdeckt – Kritik entzündet sich an möglichen Einschränkungen dieser Vorsorge.

Mehr als 2.200 Menschen sind in den vergangenen Jahren in Sachsen an Hautkrebs gestorben. Zwischen 2015 und 2024 waren es exakt 2.225 Frauen und Männer, wie das Gesundheitsministerium in Dresden in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag mitteilte. 

Die Zahl der Hautkrebsfälle stieg demnach seit 2015 mit leichten Schwankungen und stagniert seit etwa 3 Jahren. Die Zahl der Todesfälle sank den Angaben zufolge zwischen 2015 und 2017 leicht, stieg seitdem aber deutlich an. Die Sterblichkeit ist vor allem bei älteren Patienten hoch

Früherkennung als Schlüssel: Kritik aus der Opposition

Nach Ansicht von Linke-Fraktionschefin Susanne Schaper – von Beruf Krankenschwester – ist diese Entwicklung vermeidbar. Es gehe darum, die Vorsorge auszubauenund nicht zu kürzen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Wir alle freuen uns, dass die Sonne wieder öfter und länger scheint. Allerdings wächst so auch das Hautkrebs-Risiko. Diese gefährliche Erkrankung ist in vielen Fällen heilbar, aber nur dann, wenn sie früh erkannt und behandelt wird.» Dafür seien regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen unerlässlich. Im besten Fall könnte die Zahl der Hautkrebs-Toten so auf null gesenkt werden.

Warnung vor Kürzungen: Risiko für Patienten wächst

Schaper warf der Bundesregierung vor, nun einen entgegengesetzten Weg zu gehen. Sie sieht auch Handlungsbedarf in Sachsen: «Die Staatsregierung hat dazu erklärtermaßen noch keine Meinung.» Die sollte sie sich schnellstens bilden und intervenieren. Es sei verantwortungslos, dass die Bundesregierung im Rahmen ihrer Kürzungspläne bei den Krankenkassen darüber nachdenke, die Hautkrebs-Früherkennungen einzuschränken. «So werden Erkrankungen später erkannt und können schlechter behandelt werden. Das führt zu genauso vielen oder gar noch mehr Todesfällen, die sämtlich vermeidbar wären

Breiter Protest: Petition gewinnt rasant Unterstützung

Statt alle Menschen in die Finanzierung des Gesundheitssystems einzubeziehen, würden Leistungen gekürzt, und die Versorgung werde verschlechtert – «vor allem zulasten jener Menschen, die Vorsorgeuntersuchungen nicht aus eigener Tasche bezahlen können», argumentierte Schaper. Es sei gut, dass eine Petition gegen Kürzungen bei der Hautkrebs-Vorsorge bereits hunderttausende Unterschriften erhalten habe: «Prävention ist die beste und kostengünstigste Gesundheitspolitik.»